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Kräuteröl selber machen

Kräuteröl selber machen

Kräuteröl selber machen ist leicht. Mit wenigen Zutaten erstellt ihr schnell euer eigenes Kräuteröl. Auch als Geschenk geeignet.

Neben frischen Kräutern empfehlen wir euch, auch einige leckere Öle in der Küche vorzuhalten. Wenn euren Speisen mal der gewisse „Pepp“ fehlt, hilft oft ein kleiner Schuss Kräuteröl, um aus einem mäßigen ein wirklich leckeres Gericht zu machen. Kräuteröl ist dabei aber kein Zeichen fehlenden Könnens sondern bietet den Gästen eine einfache Möglichkeit, die Gerichte nach den eigenen Vorlieben anzupassen denn Geschmäcker sind bekanntlich ja verschieden.

Wichtig – Hygiene: Heiß ausgespülte, vollständig trockene Flaschen und saubere Werkzeuge helfen gegen Schimmel und Keime; gegen Botulismus hilft vor allem, kein Wasser ins Öl zu bringen – deshalb setzen wir Kräuteröl auf Vorrat nur mit getrockneten Kräutern an. Risikofrei ist aber auch das nicht: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät generell davon ab, Kräuteröle auf Vorrat herzustellen, und empfiehlt, sie im Kühlschrank aufzubewahren und spätestens am Tag nach der Herstellung zu verbrauchen.

Kräuteröl frisch aus dem Mörser

Am aromatischsten ist Kräuteröl, das ihr frisch im Mörser zubereitet und gleich verwendet. Am besten ist es natürlich, wenn ihr die frischen Kräuter direkt aus eurem Kräutergarten oder dem Supermarkt holen könnt.

  1. Menge für den Sofortverbrauch: Frisches Kräuteröl macht ihr nur für heute und morgen. Als Richtwert eine gute Handvoll Kräuterblätter, etwa ein kleiner Bund, auf 100 ml Öl – genug, um Brot, Salat oder Gemüse für zwei bis vier Personen zu beträufeln. Für feine Kräuter eignet sich geschmacksneutrales Rapsöl, für deftigere Olivenöl.
  2. Vorbereiten: Die Kräuter waschen und gründlich trockentupfen – Wasser gehört nicht ins Öl. Die Blätter abzupfen und harte Stiele entfernen, sie zerfasern im Mörser nur.
  3. Mit Salz reiben: Eine Prise grobes Salz in den Mörser geben, dann die Kräuter portionsweise dazu. Nur reiben, nie schlagen: Mit mäßigem Druck kreisend reiben – die Salzkristalle zerkleinern die Blätter, ohne sie zu quetschen. Kräftige Kräuter wie Rosmarin und Thymian zuerst, zarte wie Basilikum und Petersilie zuletzt.
  4. Konsistenz prüfen: Die Kräuter sind fertig, wenn keine ganzen Blattstücke mehr zu sehen sind und eine feuchte, grüne Paste entstanden ist. Dann aufhören: Zu langes oder zu festes Arbeiten macht die Masse dunkel und bitter, und das lässt sich nicht rückgängig machen.
  5. Öl einrühren: Das Öl nach und nach dazugießen und mit dem Stößel unterrühren, bis sich Kräuter und Öl verbunden haben. Wer ein klares Öl möchte, gießt es anschließend durch ein feines Sieb.
  6. Aufbewahren und verwenden: In ein sauberes Glas füllen, verschließen und in den Kühlschrank stellen. Spätestens am Tag nach der Herstellung verbrauchen, so empfiehlt es das BfR. Olivenöl wird im Kühlschrank trüb und fest – nehmt es kurz vor dem Servieren heraus, dann wird es wieder flüssig. Frisches Kräuteröl passt zu Brot, zu Tomaten mit Mozzarella, zu gegrilltem Gemüse und Fisch, in Salatdressings oder als letzter Schuss über Suppe und Pasta.

Ohne Mörser geht es auch: Schneidet die Kräuter dann mit einem scharfen Messer fein — stumpfe Klingen zerdrücken die Fasern und kosten Aroma. Die Details stehen unter Kräuter schneiden.

Passender Mörser

Für frisches Kräuteröl werden die Blätter gerieben, nicht geschlagen – dafür reicht ein leichter Mörser aus Porzellan. Er lässt sich heiß ausspülen und ist schnell wieder trocken, passend zur Hygiene oben. Mit rund 12 cm Durchmesser haben eine Handvoll Kräuter und das Öl gut Platz, und eine leicht angeraute Innenfläche gibt Salz und Blättern Halt.

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Welche Größe und welches Material zu eurer Küche passen, zeigen wir euch im Ratgeber Mörser kaufen: Material, Größe, Gewicht.

Kräuteröl selber machen

  1. Zunächst benötigt ihr Glasflaschen, in die euer Öl später abgefüllt werden kann. Wichtig ist dabei, dass die Flaschen luftdicht abgeschlossen werden können. Die Flaschen solltet ihr in jedem Fall mit heißem Wasser ausspülen und danach vollständig trocknen lassen.
  2. Als Basis für euer Kräuteröl benötigt ihr etwas hochwertigeres Pflanzenöl. Es muss nicht das teuerste sein, erfahrungsgemäß haben sehr günstige Öle häufig einen starken – etwas dumpfen – Eigengeschmack, der die Kräuter übertönen kann. Das Öl soll ja die Geschmacks- und Geruchsstoffe aufnehmen. Für feine Kräuter eignet sich geschmacksneutrales Rapsöl, für deftigere nehmt ihr am besten Olivenöl.
  3. Nun werden die Kräuter zusammengestellt: Für Öl auf Vorrat verwendet ihr ausschließlich getrocknete Kräuter, denn frische bringen Wasser ins Öl. Dabei gibt es einiges zu beachten, denn ein Teil der ätherischen Öle geht während des Trocknens verloren. Welche Kräuter sich eignen und wie viel ihr nehmt, lest ihr im Abschnitt weiter unten. Bei der Zusammenstellung könnt ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen.
  4. Nun gebt ihr die getrockneten Kräuter in die Flaschen und gebt das Öl hinzu. Lasst das Öl im Kühlschrank durchziehen – wie lange, steht im Abschnitt weiter unten. Seiht das Öl anschließend ab, bewahrt es weiter im Kühlschrank auf und verbraucht es zeitnah.

Wichtig: Insbesondere bei Olivenöl lohnen sich lichtschützende Flaschen.

Kräuteröl mit getrockneten Kräutern selber machen

Für das Aroma bleiben frische Kräuter unsere erste Wahl – im Öl halten sie aber nur bis zum nächsten Tag. Es gibt zwei gute Gründe, Kräuteröl bewusst mit getrockneten Kräutern anzusetzen:

  • Haltbarkeit: Getrocknete Kräuter bringen kaum Wasser in die Flasche. Feuchtigkeit ist im Öl der Hauptgrund für Trübung und vorzeitiges Verderben, und weniger Wasser heißt auch weniger Risiko für Botulismus. Risikofrei ist aber auch Kräuteröl mit getrockneten Kräutern nicht, s. Hinweis oben.
  • Verfügbarkeit: Getrocknete Kräuter bekommt ihr das ganze Jahr in gleichbleibender Qualität – auch dann, wenn der Kräutergarten Pause macht.

Am besten eignen sich die robusten, mediterranen Kräuter, deren Aroma das Trocknen gut übersteht: Oregano, Thymian, Rosmarin, Salbei und Lorbeer – auch getrocknete Chilis oder ganze Pfefferkörner passen gut dazu. Feine Kräuter wie Basilikum, Petersilie oder Schnittlauch verlieren beim Trocknen dagegen den größten Teil ihres Aromas; für sie bleibt ihr besser beim Rezept mit frischen Kräutern.

Getrocknete Kräuter sind konzentrierter als frische – nehmt etwa ein Drittel bis die Hälfte der Menge, als Faustwert ein bis zwei Esslöffel auf einen halben Liter Öl. Unser Tipp: Stoßt die getrockneten Kräuter vor dem Einlegen kurz im Mörser an. Das bricht die Zellstruktur auf, und die verbliebenen ätherischen Öle gehen schneller und vollständiger ins Öl über. Dafür reichen leichter Druck und wenige Umdrehungen – sonst werden die Kräuter zu Staub, der sich schlecht abseihen lässt.

Das Vorgehen steht in der Anleitung oben: saubere, absolut trockene Flaschen, hochwertiges Öl, Kräuter hinein. Lasst das Öl mit getrockneten Kräutern etwa zwei Wochen im Kühlschrank durchziehen, seiht es anschließend ab und verbraucht es zeitnah.

Kräuteröl verschenken

Wenn die nächste Einladung zum Abendessen ins Haus flattert und ihr nicht wisst, welches Gastgeschenk ihr mitbringen sollt, dann könnt ihr Kräuteröl selber machen. Nehmt doch einfach mal eine Flasche von eurem selbstgemachten Öl aus getrockneten Kräutern mit. In einer schönen Flasche sieht das Öl wirklich toll aus und wird eurem Gastgeber sicherlich gut schmecken. Da solche Öle im Handel oft teuer sind, wird er sich sicher darüber freuen. Positiver Nebeneffekt: Sollte euch das Essen nicht schmecken, könnt ihr durch euer Öl vielleicht einen galanten Ausweg finden…

Sagt dazu, dass das Öl zeitnah verbraucht werden sollte. Noch einfacher ist ein schönes Glas mit eurer getrockneten Kräutermischung und einem Kärtchen mit der Anleitung – das Öl setzt der Beschenkte dann selbst an, wenn es gebraucht wird.


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