Die richtige Mörsertechnik

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Die richtige Mörsertechnik

Die richtige Mörsertechnik – Mit der richtigen Technik ist es leicht, Gewürze und Kräuter im Mörser zu zermahlen. Wir zeigen wie es geht.

Mörsern ist eigentlich sehr intuitiv, doch oft werden wir gefragt, welche die richtige Mörsertechnik ist mit der man die Gewürze richtig mahlt. Mit welcher Technik man im Mörser die besten Ergebnisse erzielt haben wir in vielen Versuchen für uns herausgefunden. Daher haben wir eine Übersicht über die grundlegenden Techniken und Methoden zusammengestellt, damit ihr mit eurem Mörser immer das gewünschte Mahlergebnis erreicht.

Die richtige Mörsertechnik: Grundlagen

Zunächst landen alle Zutaten im Mörser. Achtet darauf, dass dieser nicht zu voll wird, denn sonst fallen beim Mahlen die Zutaten aus dem Mörser leicht heraus. Auch wird es sonst schwierig, die Zutaten gleichmäßig zu einer homogenen Mischung zu zerkleinern. Wir empfehlen, denn Mörser zu etwa einem Viertel, vielleicht einem Drittel zu befüllen. Wenn es mehr ist, besser zwei oder dreimal mahlen und dann zusammenfügen.

Die Grundtechnik

Die Zutaten werden in der Grundtechnik mit dem Stößel oder Pistill zerrieben. Hierzu haltet ihr den Mörser mit der einen Hand fest und nehmt den Stößel fest in die andere Hand. Dann führt ihr den Stößel drehend durch den Mörser, immer am Boden und dem äußeren Rand entlang. Immer wieder auch die Richtung ändern, bis alle Zutaten zermahlen wurden und etwa die gleiche Größe haben. Den Vorgang fortsetzten, bis die gewünschte Konsistenz und Mahlgrad erreicht sind.

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Weitere Techniken

Die richtige Mörsertechnik gibt es eigentlich nicht. Mit der gerade beschriebenen grundlegenden Methode werdet ihr in den meisten Fällen problemlos das gewünschte Ergebnis erreichen. Nicht alle Gewürze lassen sich jedoch widerstandslos im Mörser zerreiben. Insbesondere harte oder runde Gewürze machen hier Probleme da sie wegrollen oder wegrutschen. Daher verwendet man bei Pfeffer oder vergleichbaren Gewürzen anderen Techniken.

Das Zerdrücken eignet sich gut, um runde Gewürze wie Pfeffer oder Knoblauch zu verarbeiten da sie sonst gerne wegrollen. Hierzu gebt ihr wie in den Grundlagen beschrieben das Gewürz in den Mörser, haltet ihn mit einer Hand fest und anstelle nun mit dem Stößel im Mörser zu kreisen drückt ihr auf den Inhalt mit einer Drehung aus dem Handgelenk. So werden nach und nach alle Zutaten zerdrückt. Es reicht, wenn alle nur sehr grob zerdrückt wurde. Dann könnt ihr mit der Grundtechnik weitermachen und bis zum gewünschten Grad mahlen.
Tipp: Wenn im Rezept von groben Gewürzen gesprochen wird, reicht es meist aus die Zutaten nur leicht zu zerdrücken. Sie bleiben dann sehr stückig.

Das Zerschlagen werdet ihr eher selten gebrauchen. Wenn ihr sehr harte Zutaten habt (bspw. Nüsse, grobe feste Samen oder Körner) reicht die Kraft beim Zerdrücken manchmal nicht aus und ihr müsst den Inhalt durch eine hauende Bewegung zerkleinern. Hierzu unbedingt den Mörser mit der einen Hand gut festhalten und auf eine unempfindliche Unterlage achten. Den Stößel gut festhalten. Dann mit dem Stößel kräftig auf den Inhalt stoßen, bis dieser bricht. Solange fortfahren, bis alle großen Stücke zerkleinert wurden. Keramikmörser sind hier nicht geeignet, da diese leicht zerbrechen und kaputtgehen können. Nehmt einen Granitmörser oder Steinmörser. Auch andere feste Mörser sind geeignet. Am sichersten ist aber ein Granitmörser. Haltet den Mörser gut fest.

Tipp:
Wenn euch die Zutaten immer wieder wegrollen, gebt etwas mehr in den Mörser oder schaut ob das Rezept noch weitere Zutaten benötigt. Alles in den Mörser geben. Wenn der Mörser gut gefüllt ist, halten sich die Gewürze und Kräuter gegenseitig etwas auf und sie rollen nicht mehr so leicht durch den Mörser.

Zerstoßen oder reiben: welche Bewegung wann

Die drei Bewegungen lassen sich nicht beliebig tauschen. Das Reiben löst die ätherischen Öle und ergibt ein feines, gleichmäßiges Pulver – es braucht aber eine Zutat, die unter dem Stößel liegen bleibt. Das Zerdrücken bricht die Schale auf und macht runde Körner überhaupt erst mahlbar. Das Zerschlagen zerlegt harte Stücke, zerstört dabei aber jede Feinheit. Die Reihenfolge ist deshalb immer dieselbe: so grob wie nötig aufbrechen, dann reiben.

Wenn der Mörser neu ist, kommt ein Schritt davor: Ihr solltet ihn vor dem ersten Gebrauch einarbeiten, sonst mahlt ihr feinen Gesteinsstaub in das erste Gewürz.

Womit welche Zutat anfängt:

Pfefferkörner
zuerst zerdrücken, bis sie hörbar aufplatzen, danach reiben. Ohne den ersten Schritt rollen sie unter dem Stößel weg.
Koriander- und Kreuzkümmelsamen
direkt reiben. Sie sind flach genug, um liegen zu bleiben, und geben ihr Aroma beim Reiben am besten ab.
Kardamomkapseln
zerdrücken, um die Kapsel zu öffnen, Schale herausnehmen, dann nur die Samen reiben.
Knoblauchzehen
mit einer Prise grobem Salz zerdrücken, danach kreisend zur Paste reiben.
Nüsse und harte Kerne
zerschlagen, bis die Stücke etwa erbsengroß sind, dann portionsweise reiben.
Frische Kräuter
nur reiben, nie schlagen. Salz dazugeben, es übernimmt die Arbeit des Zerkleinerns.
Getrocknete Kräuter
trocken reiben, mit leichtem Druck. Sie zerfallen fast von allein und werden sonst zu Staub.

Pfeffer und runde Körner mörsern

Gebt eine kleine Menge in den Mörser und drückt mit einer Drehung aus dem Handgelenk auf die Körner, bis sie aufplatzen. Erst danach beginnt das Reiben – und die Dauer entscheidet über den Charakter: Nach wenigen Umdrehungen habt ihr groben Bruchpfeffer mit deutlichen Schärfespitzen, nach ein bis zwei Minuten ein feines Pulver mit gleichmäßiger Schärfe. Frisch gemörserter Pfeffer verliert sein Aroma innerhalb weniger Stunden – mahlt deshalb nur die Menge, die gerade gebraucht wird.

Kardamom mörsern: erst die Kapsel, dann die Samen

Kardamom braucht zwei Durchgänge. Zuerst die ganzen Kapseln leicht zerdrücken, bis sie aufspringen, dann die hellen Schalen herausnehmen und wegwerfen – sie sind faserig, werden nie fein und schmecken holzig. Übrig bleiben die dunklen Samen, und die werden anschließend gerieben. Wer die Schalen mitmahlt, bekommt ein Pulver, das sich in keiner Speise vollständig auflöst.

Knoblauch im Mörser zu Paste zerreiben

Knoblauch wird im Mörser besser als unter dem Messer: Beim Reiben werden die Zellwände aufgerissen statt durchtrennt, es tritt mehr Saft aus, und die Paste bindet später besser in Dressings und Marinaden.

Gebt die geschälten Zehen mit einer kräftigen Prise grobem Salz in den Mörser. Das Salz ist hier kein Gewürz, sondern Werkzeug – seine Kristalle geben dem Stößel Griff. Zuerst zerdrücken, dann kreisend reiben, bis eine glatte Paste entsteht; das dauert keine Minute. Nehmt das Salz vom Rezept ab, sonst wird das Gericht zu salzig.

Nüsse und harte Kerne mörsern

Hier ist das Zerschlagen unvermeidlich, und der Mörser gehört dabei besonders gut festgehalten. Arbeitet in kleinen Portionen: Ein zu voller Mörser federt die Schläge ab, und unten entsteht Mus, während oben noch ganze Nüsse liegen.

Schlagt nur so lange, bis die größten Stücke etwa erbsengroß sind, und wechselt dann zum Reiben. Achtet auf den Punkt, an dem das Nussöl austritt – die Masse wird schlagartig dunkler und klebt am Stößel. Bis dahin habt ihr gehackte Nüsse, danach Nussmus.

Kräuter mörsern, ohne sie zu zerstören

Frische Kräuter vertragen keine Schläge. Wer sie zerschlägt, quetscht das Blattgrün und bekommt eine dunkle, bitter schmeckende Masse. Richtig ist ausschließlich das Reiben, mit mäßigem Druck und einer Prise grobem Salz als Schleifmittel.

Basilikum, Petersilie und Koriandergrün arbeitet ihr nacheinander in kleinen Mengen ein; harte Stiele vorher entfernen, sie zerfasern nur. Getrocknete Kräuter verhalten sich umgekehrt – sie brauchen wenige Umdrehungen, sonst bleibt statt eines Krautes nur Staub.

Pasten mörsern: die Reihenfolge entscheidet

Sobald mehrere Zutaten in denselben Mörser kommen, wird die Reihenfolge zum eigentlichen Handwerk: Was zuerst zerrieben wird, bestimmt, ob die nächste Zutat Halt findet oder wegrutscht. Die Regel lautet von hart nach weich, von trocken nach feucht.

  1. Trockene Gewürze zuerst: Pfeffer, Koriander, Kreuzkümmel zerdrücken und zu Pulver reiben. Sie brauchen den leeren, trockenen Mörser.
  2. Harte Fasern dazu: Zitronengras, Galgant oder Ingwer klein geschnitten einarbeiten. Das Gewürzpulver wirkt dabei als Schleifmittel.
  3. Salz und Aromaten: Grobes Salz, Knoblauch und Schalotten zur Paste reiben. Jetzt wird die Masse zum ersten Mal feucht.
  4. Weiches zuletzt: Frische Kräuter und Chilis unterarbeiten. Sie brauchen nur noch wenige Umdrehungen.
  5. Bis zur Bindung reiben: Weiterarbeiten, bis die Paste glänzt und am Stößel haftet. Erst dann sind die Aromen verbunden.

Wer die Folge umdreht und mit den Kräutern beginnt, mahlt anschließend Pfefferkörner in einer feuchten Masse – sie rutschen davon, und das Pulver wird nie gleichmäßig.

Typische Fehler beim Mörsern

Zu voll befüllen. Der häufigste Fehler und der Grund für die meisten wegrollenden Körner. Zwei Durchgänge mit halber Füllung dauern zusammen kürzer als einer mit voller – und werden gleichmäßiger.

Mit Kraft statt mit Gewicht arbeiten. Der Stößel soll durch sein Eigengewicht arbeiten, geführt statt gedrückt. Wer presst, ermüdet schnell und wird ungleichmäßig.

Zu früh aufhören – oder zu spät. Solange einzelne ganze Körner sichtbar sind, ist der Mahlgrad ungleichmäßig. Bei Nüssen und Kräutern gilt das Gegenteil: Dort ist ein Schritt zu viel nicht rückgängig zu machen.

Häufige Fragen zur Mörsertechnik

Wie mörsert man richtig?

Den Mörser höchstens zu einem Drittel füllen, harte oder runde Zutaten zuerst mit einer Drehung aus dem Handgelenk zerdrücken und danach den Stößel kreisend am Boden und am äußeren Rand entlangführen. Dabei die Richtung immer wieder wechseln und den Stößel durch sein Eigengewicht arbeiten lassen, statt zu drücken.

Was ist der Unterschied zwischen Zerstoßen und Mahlen?

Zerstoßen ist eine schlagende Bewegung, die harte Stücke aufbricht; gemahlen wird kreisend und mit gleichmäßigem Druck. Zerstoßen ist Vorarbeit und ergibt ein grobes Ergebnis, Mahlen erzeugt das feine Pulver. Für die meisten Gewürze braucht es beides nacheinander.

Wie voll darf der Mörser sein?

Ein Viertel bis ein Drittel der Höhe. Darüber lassen sich die Zutaten nicht mehr gleichmäßig erreichen, und sie fallen beim Mahlen heraus. Bei größeren Mengen ist es schneller, in zwei Durchgängen zu arbeiten.

Wie mörsert man frische Kräuter, ohne dass sie matschig werden?

Nur reiben, nie schlagen, und mit einer Prise grobem Salz arbeiten – die Kristalle zerkleinern die Blätter, ohne sie zu quetschen. Die Kräuter portionsweise einarbeiten und harte Stiele vorher entfernen.

Warum rollen die Pfefferkörner immer aus dem Mörser?

Weil der Stößel sie nicht fassen kann, solange die Schale geschlossen ist. Die Körner zuerst zerdrücken, bis sie hörbar aufplatzen, und erst danach reiben. Hilft das nicht, ist meist zu wenig im Mörser – eine größere Menge hält sich gegenseitig auf.


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Kommentare

Ein Kommentar zu „Die richtige Mörsertechnik“

  1. Avatar von Pfeiffer
    Pfeiffer

    Habe mir kürzlich einen Mörser zur Gewürzherstellung gekauft und war wirklich begeistert. Hätte nicht gedacht, dass das so einfach geht :)

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